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Die Wurzel | چاپ |  پست الكترونيكي
Shirin Saghaie   

1.Grossaufnahme von einem Teller mit ein bisschen Salat drauf, es wird gezeigt wie eine Hand mit dem Messer den Rest ins Muelleimer wirft. Dann eine Aufnahme von dem Maedchen, dass den Teller in den Haenden haelt. Sie heisst Ghazal, um die 20 Jahre alt und ist Iranerin. Sie stellt den Teller auf den Kuechenbrett und geht ins Wohnzimmer. Es ist abends, das Licht des Zimmers ist dunkel, es her

Drehbuch: “Die Wurzel” 1.Grossaufnahme von einem Teller mit ein bisschen Salat drauf, es wird gezeigt wie eine Hand mit dem Messer den Rest ins Muelleimer wirft. Dann eine Aufnahme von dem Maedchen, dass den Teller in den Haenden haelt. Sie heisst Ghazal, um die 20 Jahre alt und ist Iranerin. Sie stellt den Teller auf den Kuechenbrett und geht ins Wohnzimmer. Es ist abends, das Licht des Zimmers ist dunkel, es herrscht eine truebe und kalte Atmosphaere. Sie setzt sich aufs Sofa, macht den TV an und es laeuft MTV. Gelangweilt schaut sie kurz auf den Wohnzimmertisch und sieht eine DVD, die sie dann in die Hand nimmt. Sie schaut sich die Rueckseite an und macht sie dann auf. Sie nimmt die CD raus unt tut es in die DVD Anlage. Dann lehnt sie sich zurueck und drueckt auf Play. Auf dem Bildschirm erscheint die erste Szene des Films „Grass“ von Cooper und Schoedsack. Die Kamera ist hinter Ghazal und zoomt sehr langsam auf das Bildschirm, solange bis es eine Grossaufnahme von einer Szene des Films erreicht. In der naechsten Szene sind Ghazal und der Fernseher drauf und die Kamera zoomt langsam auf ihr Gesicht bis zur Grossaufnahme. Die Kamera entfernt sich langsam wieder von ihr und wendet zum Bildschirm. Es zeigt die Szene in der das Bakhtiarische Volk feiert, Hydar Khan der Anfuehrer tanzt. Schnitt! 2.Die Sonne scheint, die Atmosphaere ist sehr warm, aber uebernatuerlich, eher wie ein Traum als Wirklichkeit. Diese Szene spielt in einem Park auf einer Wiese. Ghazal und Hydar Khan sitzen sich gegenueber. Die erste Aufnahme zeigt die Hand von Hydar Khan, die langsam ueber die Wiese streicht. Dann entfernt sich die Kamera langsam von der Hand und sein Koerper wird gezeigt. Wechsel zu Ghazals Gesicht, die ihn verwirrt und verloren anguckt. Dann faehrt die Kamera langsam zurueck und zeigt beide. „Je weiter du dich entfernst, desto weniger siehst du und du faengst an zu vergessen!“, sagt Hydar Khan und schaut Ghazals Augen an. Die Kamera entfernt sich sehr langsam von ihnen, bis sie nur noch klein vom weitem zu sehen sind. Deren Position veraendert sich nicht. Schnitt! 3.Es ist nachts, die Kamera zeigt Ghazal wie sie an der Ampel steht und auf gruen wartet. Dann geht sie los, kommt auf die andere Seite und geht naeher zum Rhein. Dort steht ein Junge und er kommt ihr entgegen. Sie begruessen sich. Ghazal: „Hey! Wie geht’s?“ Der Junge: „Gut. Alles klar bei dir?“ Ghazal: „Ja. Wo sollen wir hingehen?“ Der Junge: „Wir koennen was trinken gehen.“ Ghazal: „Nein, auf ne Bar hab ich echt keine Lust. Lass einfach spazieren gehen!“ Sie gehen den Rhein entlang, die Kamera zeigt sie von vorne. „Hoer nur was fuer ein Pech ich hab. Du weisst nicht was heute passiert ist“, sagt der Junge. „Was denn?“, antwortet Ghazal. „Naja, da entscheide ich mich doch letzte Woche dafuer nach 19 Jahren endlich nach Iran zu fliegen und heute morgen steh ich mit dem Weinen von meiner Ma auf. Sie sagt mir, dass ein Bekannter aus Iran angerufen hat und gesagt hat, dass meine Grossmutter gestern nacht gestorben ist. Was soll ich dazu noch sagen? Jetzt kann ich es ganz vergessen mit Iran!“ Ghazal schaut ihn einfuehlsam an und sagt: „Oh das tut mir leid. Aber du kannst doch trotzdem hinfliegen.“ „Zu wem soll ich denn dann hin? Ich hatte nur meine Oma da!“ Die Kamera bleibt stehen, die beiden gehen weiter. Die Kamera beobachtet sie bis sie nur noch von weitem zu sehen sind. Schnitt! 4.Es ist nachmittags. Diese Szene spielt in Ghazals Zimmer. Die Kamera zeigt ihre Hand wie sie auf Play drueckt und es erscheint laute HipHop Musik. Ghazal entfernt sich von der Anlage, geht zum Fenster um es zu schliessen. Schaut kurz raus und sieht dann ploetzlich draussen auf der Strasse Hydar Khan. Er steht gerade gegenueber von ihrem Fenster und schaut sie an. Sie schaut ihn ertarrt und erschrocken an, dann laeuft sie ploetzlich aus ihrem Zimmer raus. Die Kamera verfolgt sie die ganze Zeit. Sie rennt aus der Tuer, geht die Flurtreppen runter und stuerzt sich aus der Haustuer raus. Doch auf der Strasse ist niemand, Hydar Khan ist verschwunden. Die Kamera zeigt die leere Strasse, dann eine Grossaufnahme von Ghazals Gesicht. Sie rennt nach vorne, dreht sich zu allen Seiten. Schnitt! 5.Ghazal sitzt auf dem Boden und schaut sich wieder „GRASS“ an und zwar die Szene auf der die Bakhtiaries durch den Schneeberg wandern. Die Kamera bleibt lange auf dem Fernsehen, dann dreht sie sich langsam zu Ghazals Gesicht. Sie schaut neugierig und fazniert. Dann wird Ghazal und der Fernsehen von der Seite gezeigt. Schnitt! 6.Es ist mittags und die Sonne scheint. Es ist dieselbe Atmosphaere wie bei der ersten Begegnung von Hydar Khan und Ghazal. Sie sitzen sich wieder gegenueber. Die Kamera zeigt Khans Hand wie sie die Wiese streichelt. Dann schwinkt sie langsam hoch, bis sein Gesicht erscheint und bleibt dann drauf. „Finde dich selbst!“, sagt er. Dann wird eine Grossaufnahme von Ghazals Gesicht gezeigt. Die Kamera entfernt sich wieder langsam von ihnen, bis sie nur noch kleine Punkte sind. Schnitt! 7.Diese Szene wird in Ghazals Zimmer gedreht. Es ist dunkel. Ghazal liegt auf ihrem Bett. Gegenueber von ihr ist ein grosser Spiegel, Ghazal betrachtet sich selbst darin. Die Kamera zeigt erst ihr Gesicht, dann wird nur noch Ghazals Spiegelbild gezeigt. Die Kamera bleibt lange auf ihr Gesicht, welches traeumerisch sich selbst anschaut, stehen. Schnitt! 8.Diese Szene spielt in der Stadtbibliothek. Es ist Nachmittags. Die Kamera ist hinter Ghazal, sie sitzt hinter einem Tisch und haelt ein Buch in der Hand. Die Kamera zeigt ihren Hinterkopf und das Buch, in das sie langsam blaettert. Es enthaelt Fotos von Bakhtiaries. Auf einem Bild bleibt sie stehen und geht mit der Hand drueber. Ihr Gesicht wird von vorne gezeigt. Sie lehnt ihren Kopf gegen das Fenster und schaut nachdenklich raus. Ploetzlich erstarrt sie. Draussen auf der Strasse steht Hydar Khan und schaut sie an. Sie schauen sich beide lange an ohne etwas zu machen. Die Kamera entfernt sich dann langsam von ihnen. Schnitt! 9. Es ist mittags, Hydar Khan und Ghazal sitzen sich wieder auf der Wiese gegenueber. Sie schauen sich beide an. Nach einer Weile sagt Hydar Khan: „Ich bin dein Ururgrossvater! Ich komme von einer langen Reise zu dir. Ich wollte sehen wie du lebst. Ich will dir von der Welt der Bakhtiaries erzaehlen. Hoere dir meine Geschichte an und entscheide dann selbst, welchen Weg du gehen willst...“ Bakhtiarische Musik erscheint. Schnitt! Ende Shirin Saghaie

 
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